Monthly Pudel: Nachwuchs bei pudelwohl!

Was ist besser als ein einziger Hund?

Eine Frage, die mich schon seit mehreren Monaten mal mehr oder weniger beschäftigt. Ginge es nach Niko, hätten wir wahrscheinlich schon einige Hundekumpel mit nach Hause genommen. Stimmt die Chemie, ist ihm die Freude über das Zusammensein mit anderen Hunden deutlich ins Gesicht geschrieben. Ist gerade mal keiner zur Stelle, versucht er sein Glück bei neugierigen und freundlich gestimmten Katzen.

Doch passt ein zweiter Hund in unser Berliner Leben?

Einen Kleinpudel kann ich problemlos auf den Arm nehmen, wenn die U-Bahn zum Feierabend mal wieder viel zu voll ist oder Niko in der sommerlichen Hitze nicht mehr laufen mag. Für einen Kleinpudel ist Platz im neuen Fahrradkorb oder auf meinem Rücken im Hunderucksack, wenn wir auf zwei Rädern in den Straßen Berlins unterwegs sind. Ein Kleinpudel ist – bis jetzt – immer ein akzeptierter Gast auf Ausstellungen, Lesungen oder Openings. Einen Kleinpudel kann ich problemlos auf meiner Monatskarte mitnehmen und kostenlos in der Tasche mit auf Reisen nehmen. Ein kleiner Hund ist meistens in den Büros kein Problem. Aber wie wäre es mit zwei kleinen Hunden?

Ohne eigenes Auto, angestellt und (nach wie vor) allein erziehend habe ich vor der Verantwortung ordentlichen Respekt, der mich bisher kalte Füße bekommen lässt. Klar, wuppen das andere Leute mit links und leben ihren Alltag sogar mit drei Hunden. Aber ich bin eben nicht andere Leute, sondern habe meine ganz eigenen Pläne und Vorstellungen.

Das 24-Stunden-Experiment

Wie es sich in real life anfüllt, testete ich nun relativ spontan mit einem kleinen Übernachtungsgast. Die junge Whippet-Dame kannten wir erst seit kurzem, aber beide Fellnasen haben sich auf Anhieb sehr gut verstanden und waren fast unzertrennlich. Ohne groß nachzudenken, bot ich also an, sie über Nacht und den ganzen nächsten Tag zu uns zu nehmen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsschnüffelei als Vorbereitung stand meinem Mini-Experiment nichts mehr im Weg. Doch mit fortschreitendem Countdown wuchs auch meine Aufregung: Wie wäre es für Niko? Hätte der andere Hund Heimweh, weil er uns eigentlich noch gar nicht kennt? Wäre ich irgendwann gestresst? Kann ich mit beiden gemeinsam konzentriert im Homeoffice arbeiten?

Sind beide Hunde ein Herz und eine Seele, ist das schon die halbe Miete. Meine Sorgen waren unbegründet. Wie auf einem Kindergeburtstag wurde stundenlang die Spielzeugkiste ein- und ausgeräumt, alle spannenden Orte in der Wohnung erkundet, sich gegenseitig auf die Nerven gegangen und miteinander geschmust. Als (meist) stiller Beobachter hatte ich meine reinste Freude. Ich liebe es, Tiere zu beobachten und noch so kleinste Reaktionen und Gesten zu entdecken. Auch nach Stunden wurde es bei uns nicht langweilig. Herrlich!

Einen Tag später brachten wir unseren kleinen Spielfreund zurück und damit war automatisch auch wieder diese Frage in meinem Kopf.

…. Und dann kam Curly.

Er ist Pudel mit dem gewissen Etwas. Aufgefallen ist mir der Lockenkopf bereits Anfang März in einem Post des Tierheim Bergheim. Gerade frisch dort eingezogen, genoß Curly seine Streicheleinheiten. Und bei mir machte es ganz plötzlich Klick – so ähnlich wie bei Niko damals. In der Eile des Gefechts hatte ich im Post überlesen, dass er momentan nicht zur Vermittlung freigegeben ist und forschte ein paar Tage auf der Seite des Tierheims. Da ich Curly nirgendwo finden konnte, dachte ich mir, er wäre schon adoptiert bzw. dass sich bereits so viele Interessenten für ihn gemeldet hättet. Denn die Klickzahlen und Likes auf seinen Post sprachen Bände. Also legte sich mein Aktionismus auch gleich wieder schlafen – bis vor ein paar Tagen.

Ein neues Mini-Update von Curly ging online. Frisch operiert und ein bisschen zerfleddert suchte das Tierheim nach Unterstützung für eine Fellpflege. Ich konnte nicht anders und fragte einfach persönlich nach, wie es um den Pudel steht. Ein paar Fragen und Antworten später schlug ich vor, eine Patenschaft für ihn zu übernehmen.

Es fühlt sich so gut an. Eine Verantwortung, die in unseren Alltag passt, und das schöne Gefühl, etwas Positives in Curlys Leben beizutragen.

Viele Tierschutz-Einrichtungen gehen in ihrer täglichen Arbeit über ihre finanziellen Grenzen. Die Unterstützung durch Kommunen zum Beispiel ist entweder nicht vorhanden oder absolut nicht kostendeckend. Ich zeige hier auch gerne mit dem Finger auf die prekäre Lage des Berliner Tierheims nach den Regenfällen im Sommer letzten Jahres. Wo der Senat versagte, schlug das große Herz der Berliner gleich doppelt so laut und viele privat organisierte Spendenaktionen spülten (im wahrsten Sinne des Wortes) ein bisschen Geld in die Kasse, um die Gebäude zu sanieren.

Neben allgemeinen Spenden sind Patenschaften eine tolle Möglichkeit, Tierheime zu unterstützen. Insbesondere für Langzeitgäste, die es aufgrund von Krankheit oder Alter schwer haben, ein neues Zuhause zu finden, werden Patenschaften angeboten. Und auch für meine Situation optimal. Denn ich kann mich – zwar leider nur aus der Ferne – um einen weiteren Vierbeiner kümmern – zu einem überschaubaren Teil der Verantwortung, so wie es nun gerade in mein Leben passt. Natürlich habe ich mich auch für eine mögliche Adoption „angemeldet“, sollte Curly von seinem Halter freigegeben werden. Allerdings reihe ich mich hier artig in die Schlange der Interessenten ein.

Spielt Ihr auch mit dem Gedanken, Euer kleines Hundeglück zu erweitern und seid Euch – genau wie ich – nicht sicher, ob das wirklich für alle passt? Dann fangt am besten mit kleinen Schritten an – Tierheime in Eurer Umgebung freuen sich sicherlich über regelmäßige Unterstützung beim Ausführen und die kleinen Bewohner sowieso. Ein bisschen mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit kann für die Tiere in ihrem Heimalltag echte Wunder bewirken.

Vor Ort könnt Ihr Euch auch über mögliche Patenschaften austauschen, Euch die Tiere vorstellen lassen und Euren Schützling sogar häufig besuchen. Hunde-Anfänger können eine Patenschaft nutzen, um in die Hundehaltung „reinzuschnuppern“ und Erfahrungen zu sammeln. Tierliebhaber, die sich noch nicht sicher sind, ob sich Job und Wohnsituation mit einem Vierbeiner vereinen lassen, können zumindest durch die Patenschaft, Zeit mit einem Tier zu verbringen und nebenbei auch etwas Gutes tun. Und manche Tierheime bieten sogar Wochenendbesuche der Patenhunde an, sodass das Leben mit Hund auch zu Hause erprobt werden kann.

Ich kann’s nur empfehlen.

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