Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Niko allein zu Haus‘ mit der Furbo Hundekamera (Werbung)

Unser kleines Problem hat sich weiter rumgesprochen. Vor ein paar Tagen feierte eben diese Baustelle mit uns auch schon ihren dritten Geburtstag. Denn auch nach 1096 Tagen an meiner Seite fällt es Niko noch immer schwer, allein zu bleiben. Auch im Büro ist er – je nach Tagesform – unruhig, wenn ich meinen Platz für ein Meeting oder einen kurzen Einkauf verlasse, selbst wenn die ihm vertrauten Kollegen zur Stelle sind. Not macht also erfinderisch – von Sherlock Holmes Hörbüchern über Entspannungsmusik für Hunde, Ratgeber auf Youtube, Blogs, in Magazinen und Büchern. Und natürlich persönliches Hundetraining bei uns zu Hause.

Doch Einkäufe, kurze Arztbesuche oder einfach ein kleines bisschen Me-Time lassen sich nunmal nicht vermeiden, also muss Niko – wohl oder übel – auch mal Zeit allein zu Hause verbringen. Besonders in den vergangenen Hitzewochen war mir das deutlich lieber, als das schwarze Fellbündel über zu heißen Asphalt  oder in nicht klimatisierten Öffis nahe dem Kreislaufkollaps durch die Stadt zu schleppen. Eine Trainerin setzte in ihrem Coaching auf eine Live-Kamera, mit der wir im Hausflur genau verfolgen konnten, wann Niko unruhig wurde und es Zeit wurde, in die jeweilige Trainingseinheit einzugreifen. Anhand dieser Aufnahmen erklärte sie mir, wie Nikos Verhalten in diesem Moment zu deuten wären und schickte mich bei bestimmten Handlungen immer wieder in die Wohnung, um die Situation aufzulösen.

Also fing ich an, sobald ich das Haus verließ, die iPad Kamera laufen zu lassen und meine Abwesenheit aufzuzeichnen. Eigentlich eine gute Lösung, wenn mich doch nicht so häufig die Faulheit besiegt hätte. Denn im Anschluß musste ich mir die Videos natürlich in ganzer Länge anschauen. Das passte zeitlich nicht immer.  Manchmal machte auch entweder der Speicher oder der Akku schlapp, so daß ein Teil gar nicht aufgezeichnet wurde.

Umso neugieriger wurde ich, als uns die  Furbo* Hundekamera von Tomofun zum Testen vorgeschlagen wurde.

ABER eine wichtige Sache vorweg: Natürlich ersetzt die Kamera weder ein Training, noch ist sie die Lösung unseres Problems. Vielmehr sehe ich sie als optimale Unterstützung, um herauszufinden, wann Niko unruhig wird und welche Muster sich erkennen lassen.

Alles im Blick

In einer schicken Box, ohne viel Schnickschnack zog die Kamera einige Tage später bei uns ein. Schnell ausgepackt, ging es auch schon los. Die Bedienungsanleitung ist sehr übersichtlich und hält, was sie verspricht – eine schnelle Installation. Über den App Store lud ich die Furbo App und folgte den einfachen Installationsanweisungen. Und falls es dann noch nicht ganz so klappt, wie es sollte, ist der Online-Kundenservice zur Stelle. Beim Einrichten des App-Kontos hatte ich nämlich das Problem, dass meine Mailadresse inklusive Passwort nicht erkannt wurde. Innerhalb weniger Minuten nahm sich ein Mitarbeiter des Kundenservice meinem Problem an und nach einigem Hin und Her-Probieren waren wir auch schon „drin“.

Über die Startseite lässt sich das Geschehen via Livestream mit einer 1080p HD-Kamera und 160° Weitwinkel-Linse verfolgen. Anders als bei meiner iPad Kamera habe ich den gesamten Raum gut im Blick. Ganz einfach mit Fingertipp lässt sich von dem kleinen Bildausschnitt in den Vollbildmodus wechseln (wie hier oben im Bild). Auf diesem Bild werden nun auch die weiteren Features angezeigt. So kann ich zum Beispiel über einen vierfachen digitalen Zoom Niko genau ansehen und sogar durch das in der Furbo eingebaute Mikrofon per Smartphone mit ihm sprechen. Aber die Kamera kann noch mehr: Via Knopfdruck wirft Furbo vorher eingefüllte Leckerlis aus, die sich dem Hund durch ein Klickgeräusch ankündigen. Die Snacks sollten circa 1cm Durchmesser haben, damit sie problemlos geworfen werden können. Und damit nach einem Mal nicht gleich wieder nachgefüllt werden muss, ist im Bauch der Furbo Platz für rund 100 Stück. Wie häufig am Tag belohnt wurde, zeigt die App direkt im persönlichen Profil an.

Kleiner Insight: Entwickelt wurde die Kamera gemeinsam mit Hundebesitzern, Tierärzten und Hundetrainern. So soll zum Beispiel das Klickgeräusch, bevor ein Leckerli geworfen wird, eine positive Assoziation beim Hund erzeugen. Außerdem setzt die Hundekamera auf ein Lichtschema, nämlich blaues und gelbes Licht. Das sind genau die Farben, die ein Hund sehen kann. Sobald die Kamera ans Stromnetz angeschlossen ist, zeigt die Signalleuchte am Fuß des Geräts den Status an (wie etwa gelb für Standby oder eben blau im Einsatz). Durch das wechselnde Licht kann der Vierbeiner erkennen, dass sein Mensch via Furbo Kontakt mit ihm aufnimmt.

Über eine Funktion habe ich mich ganz besonders gefreut. Und zwar kann ich über die App auch Fotos und Videos von Niko aufnehmen. Mit dem Nachtsicht-Modus durch Infrarot LED funktioniert das sogar nachts. Ein wirklich gutes Feature, wenn es abends mal länger wird. Wie zuverlässig die Kamera ist, zeigte sich gleich bei meinem ersten Testlauf. Zwischen Gemüseabteilung und Hummus-Kühler bekam ich nacheinander drei Push-Mitteilungen. Ich hatte, ehrlich gesagt, darauf schon gewartet: „Your dog is barking.“ Ich kenne doch meinen Pappenheimer. Aber schon nach 20 Minuten?! Damit hatte ich nicht gerechnet.

Doch der richtige Stresstest ließ nicht lange auf sich warten: In der Eile des Gefechts ließ ich meinen Schlüssel zu Hause liegen, als ich eigentlich schnell Futter kaufen wollte. Nach fünfmal tief durchatmen ging die Odyssee los – erst in die Agentur, um festzustellen, dass ich meinen Zweitschlüssel irgendwann wieder mitgenommen hatte, dann wieder nach Hause. Im Hausflur versuchte ich mit Youtube-Videos meine Wohnungstür mit Kredit- und Krankenkassenkarten zu öffnen. Epic fail! Aber das Gute in dieser Situation: Ich konnte mich jederzeit zu Niko ins Wohnzimmer schalten und schauen, wie er mit dem Lärm an der Tür und meiner vermeintlichen Abwesenheit umgeht.

Allerdings hatte ich mich auf das reine Beobachten beschränkt. Denn mit dem Sound und dem Klickgeräusch steht Niko noch ziemlich auf Kriegsfuß. Zum Einen kann er von schlecht bis gar nicht meine Stimme über das Gerät einordnen. Und auch das Klicksignal ist ihm eher fremd. Das mag aber auch daran liegen, dass wir generell nicht klickern und Niko auf fremde Geräusche sehr skeptisch reagiert. Das ist aber von Hund zu Hund sehr unterschiedlich. Daher sollte das jeder für sich und gemeinsam mit dem eigenen Vierbeiner ausprobieren.

Quintessenz: Brauche ich eine Kamera?

Für mich ein klares Ja. Ich bin kein Big-Brother-is-watching-you-Typ. Allerdings gibt mir die Bell-Funktion und die Möglichkeit, mich direkt in die Kamera zu schalten, ein großes Sicherheitsgefühl. Zudem ist die Kamera sehr hochwertig verarbeitet und überzeugt durch ein schlichtes Design, das sich unaufdringlich in jede Einrichtung einfügt. Bis auf unsere Startschwierigkeiten mit der Anmeldung klappt alles sehr zuverlässig. Doch auf den Leckerli-Auswurf und die Sprachkontakte werde ich Niko zuliebe verzichten. Wie oben schon gesagt, ersetzt die Furbo natürlich keine Hundeerziehung und auch nicht das Allein-bleiben-Training. Sie ist aber eine gute Unterstützung für jeden Hundehalter, der zwischendurch mal schauen will, ob gerade alles in Ordnung ist. Und das finde ich völlig in Ordnung.

 

Erhältlich ist die Furbo Hundekamera für einen Preis von 259 Euro zum Beispiel direkt über Furbo*. Die Kamera wurde uns im Zuge einer Kooperation zum Testen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

*In Kooperation mit Furbo

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